Carnevalverein Pierrette 1898 e.V.
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Carnevalverein Pierrette 1898 e.V.


 I. Teil Vereinsgeschichte: Über 100 Jahre C.V. Pierrette 1898 e.V.
Getreu dem Motto "Närrigkeit ist das Produkt, welches Scherzen und Freude in die Herzen der Menschen bringt und sie befreit von dem lästigen Alltag und durch ein frohes Lachen ihr Wohlbefinden erquickt", schlossen sich im Jahre 1858 Bürger der freien Reichsstadt Frankfurt am Main zusammen und gründeten die Frankfurter-Carneval-Gesellschaft "Die Bittern". Zu den Gründern gehörten die freien Bürger Friedrich Stoltze und Herforth. Doch leider löste sich dieser Verein im Jahre 1863 mit "Gram im Herzen, jedoch die Zukunft immer vor Augen", auf. Im Jahre 1865 traten die "Bornheimer Bittern" zum ersten Male an die Öffentlichkeit. Sie veranstalteten am Abend des 16. Februar einen Laternenumzug durch Bornheim. Der Zug begann am Schützenhof auf der oberen Berger Straße und endete im Langen Hof, einer der damals größten Apfelweinwirtschaften, wo anschließend ein vergnügter Abend stattfand.

Nach Einverleibung der Stadt in den preußischen Staat im Jahre 1866 war die Stimmung der Bürgerschaft sehr gedrückt und unter diesen Umständen stellten die meisten Karnevalsvereine ihre Tätigkeit ein. Auch die "Bittern" gingen sang- und klanglos in einem Meer der Mutlosigkeit unter. Der deutsch-französische Krieg von 1870/1871 bremste erneut die Frankfurt Fastnacht. Bornheim, das lustige Dorf, hatte zwar wie Frankfurt seinen Verdruß über die Preußen kundgetan und Sitzungen sowie Umzüge ausfallen lassen, aber mit Maskenbällen und karnevalistischen Konzerten die närrischen Tage weitergeführt. Erst im Jahre 1888 begann in Bornheim die Gründung von Karnevalvereinen. So im Jahre 1898 der "C.V. Die Pierrette"; hervorgegangen aus einer Stammtischrunde im "Schwalbacher Hof". Gründer waren die Herren Werm, Klopf, Walter Tiator, Stern, Höhle, Löw, Treusch, Schmidt, Wadenklee, Daube, Weber und Stelzer. Der Verein hatte wegen seiner niveauvollen Veranstaltungen schon im Jahr darauf weit über hundert Mitglieder. Durch den Erfolg angespornt wurden weitere Veranstaltungen in den kommenden Jahren abgehalten. Als Veranstaltungslokale dienten damals der Rechneisaal, der Kaufmännische Verein, das Volksbildungsheim und das Karlshaus. Einer der größten Erfolge war das Privileg, die Sitzung im Zoologischen Garten abhalten zu dürfen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Pierrette in aller Munde. Ihre Krönung jedoch fand sie mit dem "Großen Karnevalstreiben" im Hippodrom. Finanzprobleme scheinen die Männer der Pierrette nicht gestört zu haben, denn sie brachten es fertig, im Jahre 1923 das 25jährige Jubiläum drei Tage lang im Volksbildungsheim groß zu feiern. Sogar Delegationen närrischer Vereine aus Mainz, Wiesbaden, Ludwigshafen, Würzburg, Darmstadt, Hanau und Gießen kamen, um zu gratulieren. Ab 1931 schwang der Narr Weinert das Zepter über unseren Verein. Damals standen ihm Mitglieder wie Bornkessel, Fischer, Heini und Fritz Klein zur Seite. Im Jahre 1937/1938 wurde dann im "Karlshaus" das 40jährige Jubiläum gefeiert. In dieser Saison hatten wir durch den Prinzen Georg I. (Georg Holger) und seinen Hofmarschall Hans Dörer echte närrische Vertreter des Prinzenkarneval. Auch an Büttenreden hatte es dem Verein in dieser Zeit nicht gefehlt. Büttenredner waren Blum, Seip, Bornkessel jr., Nessel und Dörer. Unsere karnevalistische Hochburg war der "Berger Hof". In der Gaststätte "Götz" wurde dann im Jahre 1949 zwei Tage lang unser 50jähriges Bestehen gefeiert. Der Verein hatte damals schon seine Ritter vom "Goldenen Vlies". Dies waren Fritz Klein, Karl Fischer und Leo Gassen. Im Jahre 1950 kam dann auch Heini Klein dazu. Am 18. Juni 1949 gehörte die Pierrette zu den zehn Vereinen, die sich im "Schützenhof" auf der Berger Straße trafen, um die Gründung des Großen Rates vorzubereiten. Als am 1. August 1949 unter dem Präsidenten Fritz Stein und dem Vizepräsidenten Karl Linker der "Große Rat der Karnevalsvereine Frankfurt" gegründet wurde, gehörten unsere Mitglieder Henriks, Fritz Klein und Hans Dörer als Delegierte dazu.

Außer unseren Veranstaltungen im Jahre 1952 im "Karlshaus" und in Eckenheim fand erstmalig in dieser Saison eine Sitzung unserer Damen statt. Ferner beteiligte sich der Verein an dem einzigen in Bornheim statt findenden Volksfest, nämlich dem Brunnenfest, mit drei Gruppen. In der Kampagne 1953 stellte die Pierrette dann die Prinzengarde zu dem Frankfurter Prinzenpaar Hans und Inge Kolb (Eko I. und Inge I.). Außerdem wurde dem Verein zu unserer noch heute existierende Gründungsfahne (die älteste vorhandene Karnevalsfahne) eine neue Vereinsstandarte durch die Mitglieder Hilde und Günther Klein gestiftet. Bis zum Jahre 1956 änderte sich an der Vereinsführung nichts.

C.V. Pierrette Vereinsgeschichte


Auf der Jahreshauptversammlung wurde unser Mitglied Bernd Schmidt neuer Vorsitzender und gleichzeitig Ministerpräsident. Die seitherigen Mitglieder Paul Schmidt und Hans Dörer wurden zu Ehrenvorsitzenden bzw. Ehrenpräsidenten ernannt. Zu diesen Zeitpunkt erfolgte der Beitritt zum Bund Deutscher Karneval e.V. - und wie seither gewohnt, wurden dem Publikum unsere Sitzungen vom Herren- und vom Damen-Elferrat serviert. Einen schmerzlichen Verlust hatte der Verein durch den Tod unserer Ministerpräsidentin Ria Herrmann im Jahre 1957 zu verzeichnen. Im Jahre 1958 feiert der Verein sein 60jähriges Jubiläum mit viel Jubel und Trubel. In der folgenden Saison wurde erstmalig den Mitgliedern ein Orden für "Öffentliches Auftreten bei Zügen" verliehen. Die Gründung einer Damengarde erfolgte im Jahre 1961, zu welcher der Verein offiziell geladen hatte. Es dauerte jedoch noch zwei weitere Jahre, bis auch eine Herrengarde ins Leben gerufen wurde. Kommandeur und Kommandeuse waren seinerzeit Karlheinz Habermehl und Hedy Dörer. Bereits im Jahre 1964 wurde Gerhard Nessel neuer Kommandeur der Herrengarde. In diesem Jahr bekamen auch Hanny Vermöhlen, Hedy Wolf und Paul Merz das "Goldene Vlies" und wurden zu Rittern geschlagen. Außerdem fand die erste Sitzung außerhalb Frankfurts in Bleichenbach statt. Ab 1967 wurde die Führung des Vereins in die Hände von Jürgen Sack gelegt, der im Jahr 1970 auch offiziell das Amt des Ministerpräsidenten übernahm. Zu diesem Zeitpunkt wurde Bernd Schmitt zum Ehrenmitglied ernannt. Zu unserem 80jährigen Jubiläum im Jahre 1978 wurde wieder ein Damen-Elferrat gegründet. Er hielt in dieser Saison mit der Ministerpräsidentin Inge Herrlein bereits die erste Sitzung im Josefsheim ab. Seit dem Jahre 1979 veranstaltet der Verein jährlich seine Sitzungen in Alten- und Pflegeheimen. Die Leitung wurde im Jahre 1983 in die Hände von Heinz Oefner gelegt und Jürgen Sack wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Klaus-Dieter Heberich übernahm in der Kampagne 1984/1985 das Amt des Ministerpräsidenten. Im Jahre 1987 gab er dieses Amt an Harry Herrlein weiter.

C.V. Pierrette Vereinsgeschichte

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, hatten auch wir - wie andere Vereine - 80% der Mitglieder bei den Waffen und im Jahre 1945 fehlten in unseren Reihen einige unserer getreuesten Mitglieder, die auf dem Felde oder in der Heimat ihr Leben lassen mußten. Trotz einiger guter Veranstaltungen in dieser Zeit ging es mit dem Mitgliederbestand bergab, so daß man sich mit der Auflösung der Pierrette in einer am 7. Dezember 1947 einberufenen Versammlung befaßte. Der zu diesem Zeitpunkt erst seit einem Jahr im Amt gewesene 1. Vorsitzende Paul Schmidt sowie Hans Dörer plädierten bei den zwölf anwesenden Mitgliedern auf Fortbestand des Vereins, was von diesen auch voll akzeptiert wurde. Bald fanden auch wieder unter unserem Ministerpräsidenten Henriks die ersten Sitzungen statt.

Im Jahre 1984 erfolgte erstmals ein Fußballtunier der Karnevalvereine, an der sich auch unser Verein beteiligte. Das Turnier findet seitdem stets am Himmelfahrtstag (Vatertag) statt und wird im Turnus von den beteiligten Vereinen ausgerichtet. Im Jahre 1993 übernahm Jürgen Sack das Amt des Ministerpräsidenten und Karin Sack das Amt der Ministerpräsidentin. Inge und Harry Herrlein wurden zu Ehrenpräsidenten ernannt. Während der Kampagne 1994 wurde das Josefsheim umgebaut und neu gestaltet. Unsere Veranstaltungen mußten daher in das Gehörlosenzentrum verlegt werden. Seit der Kampagne 1995 können unsere Veranstaltungen wieder im "Neuen Saal" der Josefsgemeinde stattfinden. In den darauf folgenden Kampagnen fungierte Karlheinz Fuchs als Ministerpräsident, seit der Kampagne 1996/1997 wird dieses Amt wieder von Harry Herrlein begleitet. Inge Herrlein ist in der Kampagne 1995 wiederum Ministerpräsidentin des Damen-Elferrates... [Fortsetzung]

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